Kirche für Hanau. Kirche für Dich.

Gemeindeglieder im Alltag: Andi und die Teddyklinik

Licht und Salz in dieser Welt sein – das geht nicht nur als Gemeinde, sondern auch im ganz normalen Alltag. So auch in der Teddyklinik, die in Frankfurt dieses Jahr vom 31.05.-03.06. stattfand. Medizinstudent Andreas Böhmer setzt sich bereits im dritten Jahr als Mit-Organisator dieser Bewegung ein. Worum es bei der Teddyklinik geht und was sie im Leben von Menschen bewirkt, erzählt er uns im Interview.
Andi, was muss ich mir unter einer Teddyklinik vorstellen?
Die Teddyklinik ist ein studentisch ehrenamtliches Projekt, das Kindern auf spielerische Art und Weise helfen soll, die Angst vor Arzt und Krankenhaus zu verringern. An 4 Tagen im Jahr öffnet die Teddyklinik für rund 1500 Kinder aus Kindergärten der Region ihre Tore. Dabei werden die Kuscheltiere der Kinder untersucht und versorgt. Die Kinder sehen bei der Behandlung nicht nur zu, sondern helfen auch aktiv dabei mit ihre Liebsten zu versorgen.
Wie sieht der Ablauf in der Teddyklinik aus?
Je näher die Öffnung der Teddyklinik kommt, umso mehr gibt es zu erledigen. Kindergärten einladen, Kontakte zu den Sponsoren aufnehmen, Pressearbeit wieder ankurbeln und Teddydoktoren akquirieren. Die Wartezeiten für die Kinder müssen kurz sein, es muss alles stets vorrätig sein und die Stimmung muss immer oben gehalten werden. Die Woche während der Teddyklinik ist unglaublich zeitintensiv und voller Arbeit. Dafür wird man mit viel Dank, Zufriedenheit und dem Gefühl wieder ein tolles Projekt auf die Beine gestellt zu haben, entlohnt.
Was ist deiner Ansicht nach die größte Auswirkung der Teddyklinik?
Die Kinder lernen den Ablauf im Krankenhaus bzw. in der Arztpraxis von Wartezimmer, über Anamnese (Arztgespräch, Anm. d. Red.), Untersuchung, Diagnose, Therapie und schließlich den Gang zur Apotheke auf ganz natürliche und spielerische Art und Weise. Sie haben dabei keine Angst, sondern sind – weil es ja um ihre Kuscheltiere geht – ganz offen und voller Interesse für das, was passiert. Ein Stück weit übertragen sie das dann auch auf den eigenen Alltag und die eigenen Ängste. Wir wollen Kindern das Gefühl geben, dass sie beim Arzt und im Krankenhaus gut aufgehoben sind und ihnen dort nur geholfen wird, dass man ihnen nichts Schlimmes will.

Teddyklinik 2

Woher kommt die Idee der Teddyklinik?
Die Idee kommt ursprünglich aus Skandinavien. Nächstes Jahr feiern wir in Frankfurt bereits das 10-jährige Jubiläum der hiesigen Teddyklinik.

Was hat dich persönlich zur Teddyklinik geführt?
Im 2. Semester (mittlerweile bin ich im 8.) wurde die Teddyklinik vom damaligen Organisationsteam in unserer Vorlesung vorgestellt, so wie wir es als ORGA Team (seit 2014) auch machen. Jedes Jahr werden ganz viele freiwillige Studenten benötigt, die als Teddydoktoren dann Kind und Kuscheltier betreuen. Mir gefällt die Arbeit mit Kindern unglaublich gut. Dass ich dann 2014, als ein neues ORGA-Team gesucht wurde, einen der 5 Plätze in diesem übernommen habe, war nur logische Konsequenz meiner Begeisterung für die Arbeit mit Kindern und das Projekt der Teddyklinik.

Vielen Dank für das Gespräch.

Dennis Lieske

Bild: Teddyklinik