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paXan-Einsatz in Moldawien

Im August 2016 begann die Reise des elfköpfigen paXan-Teams aus Gelnhausen, Hanau, Mainz und Büsingen nach Moldawien. Einer der diesjährigen Einsatzorte: ein Obdachlosenheim in Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens. Eine Woche lang hat das Team aus Jungerwachsenen dringend benötigte Renovierungsarbeiten an dem Zentrum durchgeführt; es wurde gemeinsam geschuftet, gelacht und (ab und zu) gelitten. Im ersten Stock wurden in drei Räumen Decken, Wände und Fensterbänke erneuert – einmal abschmirgeln, verspachteln und komplett neu streichen, bitte! Des Weiteren wurde in zwei Räumen und im Flur ein neuer PVC-Boden verlegt. Der Speisesaal im Erdgeschoss erhielt eine Grundsanierung inklusive Reinigung: Vier neue Fenster wurden eingesetzt und verputzt, Fliesen zieren nun die Wand bei der Essensausgabe, alles ist frisch gestrichen und mit Leisten verziert.

 

Es ist Samstagabend. Die Tür öffnet sich und eine Frau tritt herein. Sofort zeichnet sich strahlendes Lächeln auf ihrem Gesicht ab und sie kann kaum glauben, welcher Anblick sich ihr bietet: der frisch renovierte Speisesaal hat sich in wenigen Stunden in ein Fünf-Sterne-Restaurant verwandelt. Die sonst so leeren Tische wurden mit Tischdecken, Läufern, Servietten, Kerzen und Blumen liebevoll verziert und mit ausgeliehenem Porzellan und Gläsern eingedeckt. Dazu füllen sanfte Geigenmusik und der herrliche Duft eines Drei-Gänge-Menüs den Raum. Wir, das Küchen- und Service-Team, stehen bereit, um zu dienen.

Die Tür öffnet sich erneut. Weitere Bewohner des Obdachlosenheims treten ein, blicken ungläubig umher und bleiben erst einmal fassungslos stehen. Langsam nähern sie sich den prachtvoll gedeckten Tischen und nehmen stillschweigend ihre Plätze ein; einer Frau rinnen die Tränen über das Gesicht. Schon bald füllen fröhliche Unterhaltungen den Raum und eine warme, herzliche Atmosphäre macht sich breit. Normalerweise wird das Abendessen eher stumm eingenommen. Doch heute Abend ist etwas anders: es liegt (Nächsten-)Liebe in der Luft. Man kann in ihren funkelnden Augen sehen, dass sie sowohl das vortreffliche Essen, als auch die Gemeinschaft genießen.

Das ist unser Abschiedsgeschenk an die Obdachlosen: ein Abend, der ihnen zeigt, dass sie wertvoll sind – auch, wenn die Gesellschaft ihnen etwas anderes vermittelt. Ein paar Stunden später sitzen wir als Team im nun leeren Speisesaal. Alle sind müde und erschöpft, aber zufrieden und glücklich. Wir konnten den Obdachlosen einen Abend ermöglichen, den sie so schnell nicht vergessen werden. Und jeder von uns wusste, dass es gut war. Sehr gut sogar.

Miriam Bunke