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Beten

„Denn das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt, hat große Kraft.“, sagt die Bibel. Häufig reden wir über Gebet, wir lesen, was andere mit dem Gebet erleben und wir bemängeln zu wenig Gebet. Aber wir beten nicht oder zu wenig. Und erleben in der Folge auch gar nicht die Kraft!

Auch ein Handy ist im Notfall ein großartiges Instrument. Ich kann ohne Sicherheitscode und ohne Eintippen der Geheimzahlen den SOS-Ruf direkt an die Notrufzentrale senden: Von der Autobahn, aus der Wohnung und vom Wanderweg in den Bergen oder bei einem Badeunfall auf einem See. Die Technik ist so eingerichtet, dass alles funktioniert. Nur telefonieren muss ich selbst. Sonst nützt das beste Handy nichts.

Vielen Menschen fällt es heute schwer, überhaupt zu beten oder eine Einstellung zum Gebet zu finden. Gebet bedeutet: Ich richte meine Aufmerksamkeit ganz auf den unsichtbaren Gott. Während bei einer fernöstlichen Meditation der Mensch oft bei sich selbst stehen bleibt und allenfalls noch in Richtung Nirwana driftet, kommt der Beter ganz bewusst in eine persönliche Begegnung mit dem lebendigen Gott und dem Nächsten.

Oftmals spüren Menschen, dass sie ihr eigenes komplexes Leben so wenig in der Hand haben, so wenig Einfluss auf viele Situationen im Leben haben und es einem anderen verdanken. Solange es uns gut geht, verdrängen und vergessen wir das gerne. Aber je existenzieller es im Leben wird, desto mehr werden wir mit der harten Wirklichkeit konfrontiert. Dann wächst das Bedürfnis, sich an Gott zu wenden: Im Krankenhaus kurz vor der Operation, am Grab eines lieben Menschen, in einem unvorhersehbaren Notfall…

Beten will gelernt sein! Immerhin kamen fromme Juden zu Jesus und wollten wissen, wie man betet. Und Jesus war über diese Frage weder empört noch enttäuscht. Weil er wusste, wie Beten gelingt. Wir werden als Gemeinde in diesem Monat wieder eine Gemeindefreizeit im Taunus anbieten, um einander besser kennenzulernen und füreinander zu beten. Eine Art Rückzug von den Erwartungen und Blicken der Menschen in unserem Umfeld, um Zeit zu verbringen unter den liebenden Blicken des himmlischen Vaters. Ich freue mich darauf.

Pastor Jonathan Lehmann