Kirche für Hanau. Kirche für Dich.

Christen sind Schuldner

Es gibt wohl wenig Menschen, die sich so für Jesus Christus und sein Evangelium eingesetzt haben wie Paulus von Tarsus. In vielen seiner Randbemerkungen können wir diesen Einsatz ablesen. Zu diesem Einsatz gehörte auch eine gehörige Portion Leidensbereitschaft. Obwohl er gesteinigt und verprügelt wurde oder Schiffbruch erlitt: Paulus ließ sich nicht entmutigen. Er musste die gute Nachricht zu allen Menschen bringen. Mit dem Römerbrief sucht er Sponsoren, weil er eine Missionsreise zu den Spaniern plant. Einen Grund lesen wir hier: Er sieht sich als Schuldner aller Menschen. Nun kann man auf zwei Arten zum Schuldner werden. Die eine Art besteht darin, dass jemand Geld geliehen hat, das er zurückzahlen muss. Das kann Paulus nicht meinen, weil er zu Leuten unterwegs war, mit denen er vorher noch nie was zu tun hatte. Eine andere Art zum Schuldner zu werden besteht darin, von jemandem einen Betrag anvertraut zu bekommen, um ihn dann an eine dritte Person auszuzahlen. Meine Eltern haben mir manchmal Geld für die Kinder überwiesen, damit ich es ihnen auszahlen sollte. In diesem Fall war ich der Schuldner meiner Kinder. Ich wäre ein Gauner gewesen, wenn ich es ihnen nicht gegeben hätte. Genauso ist das mit dem Evangelium von Jesus Christus. Es ist ein Kapital, das den Christen anvertraut worden ist, damit sie es an die Welt auszahlen sollen. Wenn sie es nur für sich persönlich verwenden, sind sie Gauner. Deshalb sind Evangelisation und Mission eine Verpflichtung Gottes, um diese Schuld abzutragen. Nun gestaltet sich die Auszahlung dieses Kapitals oft als schwierig. Die Menschen, die es bekommen sollen, empfinden es häufig nicht als wertvolles Geschenk. Deshalb brauchen Christen viel Phantasie und Ausdauer, um ihre Schuld abzutragen. Nach den Sommerferien wollen wir mal ein paar Dinge ausprobieren. Wir sind es den Leuten schuldig.

Michael Fischer
Kinder- und Jugendreferent