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Eine mutige Aussage!

DAS WORT WURDE FLEISCH UND WOHNTE UNTER UNS, UND WIR SAHEN SEINE HERRLICHKEIT
(JOHANNES 1, 14)

Eine mutige Aussage: Gott wird Mensch! Das ist seine Richtung. Jesus bedeutet: Gott mit Fleisch. Das wird uns an Weihnachten gezeigt: Gott verlässt die Herrlichkeit und kommt in Jesus aus Liebe zu seinen Geschöpfen mitten in diese Welt mit all ihrer menschlichen Schwachheit und Zerbrechlichkeit, um uns Menschen ganz nahe zu sein, um sich selbst ganz menschlich zu zeigen.

Und wir Menschen versuchen im Gegenzug, uns lieber übermenschlich und überheilig zu geben. Wir versuchen, unsere Schwächen und Einschränkungen zu verstecken. Die Menschen um uns herum sollen denken, dass wir als Christen ganz gut über den krassen Realitäten des Lebens stehen. Wir wollen uns nicht verwundbar machen. Wir wollen keine Verlierer sein.

Aber genau das wäre unsere Lösung und alle Mühe wert, wenn wir uns gegenseitig öffnen und ehrlich unsere Menschlichkeit und unsere Schwächen eingestehen könnten. Masken zu tragen, ist auf Dauer ungesund. Wer realitätsfremd lebt, ist charakterlich krank. Es kostet eine Menge Kraft und führt sehr häufig zu Stress, Depressionen und Burn-out.

Hat Jakobus wohl deshalb geschrieben: „Bekennt einander eure Verfehlungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet“?

Wenn wir unsere Schwächen bekennen, dann freut sich Gott, seine Stärke in unser schwaches Leben hineinzugeben und uns Menschen zu segnen. Eigentlich wissen wir es: Wir alle haben Stärken und Schwächen, das ist nur individuell unterschiedlich verteilt. Die Art, wie wir ganz praktisch damit umgehen, wird darüber entscheiden, ob es für uns selbst und für andere Menschen um uns herum hilfreich ist, peinlich oder belastend.

Wenn wir Jesus ansehen, dann sehen wir einen Gott, der unendlich viel Geduld mit Sündern und Ausgestoßenen hat. Einen, der Religion mit scharfen Worten angreift. Einen Gott, der uns Freunde nennt und nicht stolz auf einem himmlischen Wagen in diese Welt kommt, sondern als Kind von einfachen Eltern, die nicht viel besitzen. Einen Gott, der liebevoll und bescheiden ist, einer von uns. Von solch einer Liebe träumt die Menschheit.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Jonathan Lehmann
Pastor