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„Friede sei diesem Haus“

Mit diesem Gruß will Jesus zu den Menschen in dieser Welt. Damit gibt er uns Christen eine konkrete Aufgabe. Wir sollen seinen Frieden zu den Menschen bringen. Begleitet wird dieser Auftrag von Gottes Anwesenheit, von Wundern und Heilungen, von enger Gemeinschaft und gemeinsamem Leben. Tischgemeinschaft in privater Atmosphäre – darum geht es hier. Menschen, die wir in dieser Weise besuchen, haben die Möglichkeit, den Frieden Gottes zu erleben, wenn sie ihre Herzen dafür öffnen. Sie können die Möglichkeit aber auch abwehren und innerlich dichtmachen.

Die Missionare der ersten Stunde wie Paulus und Petrus beschreiben noch viele weitere Möglichkeiten, das Evangelium auszubreiten. Aber Tischgemeinschaft ist ganz wesentlich und inzwischen wieder beliebt. Selbst die Möbelindustrie baut inzwischen den großen, langen Tisch, der das Zentrum innerhalb eines Hauses ist.

Wie oft sitzen wir mit anderen am Tisch und reden über dies und das. Haben wir im Hinterkopf, dass es für uns Christen letztlich bei jeder Tischgemeinschaft um die Förderung des Friedens und die Möglichkeit einer Versöhnung gehen kann? Gott will uns als seine Botschafter gebrauchen!

Wenn wir merken, dass jemand den Frieden Gottes nicht an sich heranlassen will, dann können wir niemanden zwingen. Vielleicht werden wir uns schnell wieder aus dem Staub machen, weil der Zeitpunkt nicht gut war. Vielleicht wird ein anderer Mensch später eine bessere Möglichkeit haben. Wir dürfen Tische wieder verlassen und uns neuen Aufgaben zuwenden. Wir müssen uns nicht an einer ablehnenden Haltung festklammern.

Unfriede in dieser Welt hat massiv zugenommen. Das Klima ist rauer geworden gegenüber unseren Mitmenschen und in den Medien. Wer Gottes Frieden ablehnt und Friedensstifter beseitigt, den erwartet am Ende ein böses Erwachen: Gott wird sein Urteil sprechen.

Aber unser Auftrag bleibt bestehen. Wir werben nicht für Waschmittel, das unsere Wäsche noch ein wenig weicher oder weißer macht. Manchmal müssen wir Klartext reden und die Alternativen aufzeigen: Entweder führt das Leben eines Menschen zur Vollendung und in das ewige Friedensreich oder es vertrocknet und verfault in der Beziehungslosigkeit. Ich wünsche uns allen eine gute Tischgemeinschaft.

Pastor Jonathan Lehmann

Bild: unsplash/Magnus Lindvall