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Gott mehr gehorchen als den Menschen

Das war damals eine turbulente Zeit in Jerusalem. Die Jünger Jesu bekannten sich bei jeder Gelegenheit zu Jesus, dem Sohn Gottes. Jesus war gestorben, damit Menschen von ihrer Schuld befreit wurden und ein Leben in der Kraft des Heiligen Geistes erfahren konnten.

Viele glaubten dieser guten Nachricht. Es entstand die erste christliche Gemeinde. Die Menschen feierten fröhliche Gottesdienste und halfen sich gegenseitig. Bei der religiösen Elite aber breitete sich Unruhe aus. Sie ließen die Jesusjünger, die Apostel, in ein öffentliches Gefängnis stecken. Doch über Nacht wurden sie von einem Engel befreit. So steht es in der Apostelgeschichte.

Und am nächsten Morgen standen die Apostel schon wieder auf dem weitläufigen Tempelgelände und erzählten den Menschen von Jesus und dem Glauben an ihn und von dem Leben mit Gott. Daraufhin zitierte man die Apostel zu einer Anhörung vor den Hohen Rat, dem wichtigsten religiösen Kontrollorgan und verbot ihnen, ihre Lehre weiter zu verbreiten.

Die Antwort der Apostel: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg. 5, 29)

In all den Jahren haben Christen sich nicht mundtot machen lassen. Den römischen Kaiser verehrten sie nicht als Gott. Sie protestierten gegen grausame Fürsten und Könige. Sie erhoben ihre Stimme gegen menschenverachtende Lebensbedingungen während der beginnenden Industrialisierung. Sie leisteten Widerstand gegen das Naziregime des dritten Reiches. Sie stehen bis heute zu ihrem Glauben in totalitären Staaten wie Nordkorea. Christen halten an Jesus fest – trotz terroristischer Bedrohungen wie durch die Milizen des Islamischen Staates. Viele Christen wurden deswegen getötet.

Und wie ist das bei mir? Es ist nicht immer leicht, sich zu Jesus und zu Gott zu bekennen. Manchmal ist es bequemer, wegzusehen oder zu schweigen. Angesichts des gesellschaftlichen Lebens sind Kompromisse so verlockend. Und wer sich der Meinung und dem Mainstream von Freunden und Bekannten nicht beugt, wird u.U. verlacht oder verspottet oder gar ausgegrenzt.

Gott hat den Aposteln, trotz aller Bedrohungen, tiefe innere Freude über Jesus und die Gemeinschaft mit ihm geschenkt, dem König über alle Welt. Das tut er bis heute.

Pastor Jonathan Lehmann

Bild: unsplash/Clement Hombert