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Herrschaftswechsel

Die Leute … fanden den Menschen, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, sitzend zu den Füßen Jesu, bekleidet und vernünftig und sie erschraken.
Lukas 8,35

Merkwürdig, dass sich die Leute erschraken, als sie das sahen. Sie freuten sich ja gar nicht. Dabei war der Typ, der da saß, noch am Morgen nackt auf dem Friedhof rumgesprungen und hatte die Leute erschreckt. In Zukunft könnten sie sich in aller Ruhe um die Grabpflege kümmern. Aber die Veränderung war zu krass. Das hatte sich keiner vorstellen können. Der nackte Wilde war auf einmal angezogen und benahm sich vernünftig. Dass er „zu den Füßen Jesus sitzt“ bedeutet, dass ein Herrschaftswechsel stattgefunden hat. Denn zu den Füßen von jemand sitzen, bedeutet sein Schüler zu sein. Jesus ist jetzt die Autorität, der er sich unterordnet. Auf einmal ist er vernünftigen Gründen aufgeschlossen. Wenn ich mich in der Welt umschaue, habe ich auch den Eindruck, dass an vielen Stellen der nackte Wahnsinn regiert. Jenseits aller Vernunft. Das meine ich nicht nur in der großen Weltpolitik, sondern auch im alltäglichen Leben. Menschen sind getrieben von Kräften, die sie nicht kontrollieren können. Oder sie sind den Gesetzen von Aktion und Reaktion hilflos ausgeliefert. Für viele ist das so normal, dass sie gar nicht mehr wahrnehmen, wie zerstörerisch sich das auf sie und ihre Umwelt auswirkt.

Mich begeistert die Vorstellung, dass Jesus die Fähigkeit besitzt, Menschen so von Grund auf zu verändern, dass sie vernünftig werden. Weil dieser Mensch vernünftig geworden ist, ist auch seine Umwelt anders geworden. Heller, freundlicher, voller Frieden. Das ist für mich ein wesentlicher Grund, Menschen einzuladen, sich auf Jesus Christus einzulassen. Weil es dabei nicht nur um die Frage geht, wo ein Mensch seine Ewigkeit verbringt. Sondern weil es die Welt sichtbar verändert.

Michael Fischer, Kinder- und Jugendreferent

Bild: unsplash/Jordan McQueen