Kirche für Hanau. Kirche für Dich.

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen…“

…dachte sich mein Kollege Matthias Spindler und fuhr in den Wanderurlaub nach Osttirol. Schon häufig war der 59-jährige Pfarrer in den Dolomiten unterwegs. In diesem Jahr stürzte er in 2330 m Höhe ab und erlag seinen Verletzungen.

Wenn Menschen den Psalm 121 auf dem Weg nach Jerusalem gesungen hatten, dann waren sie in der Regel zu den großen Festen unterwegs, um Gott im Tempel zu begegnen und in der Gemeinschaft andere Gläubige in ca. 800 m Höhe zu treffen.

Im Gepäck hatten sie Freude und Trauer, Hoffnung, Enttäuschungen, Angst und Zuversicht. Manchmal gingen sie sicherlich mit gemischten Gefühlen hinauf nach Jerusalem, denn der Weg war nicht ungefährlich.

Sie wollten ausruhen, entspannen, beten und feiern und einfach dem Hüter Israels begegnen, an einem Ort, wo sich Himmel und Erde begegnen. Sie wollten das tun, was in Hebräer 12 so ausgedrückt wird: „Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert und laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist und aufsehen zu Jesus…“

Dazu lädt der Urlaub und die freie Zeit in den Sommermonaten ein. In der Gegenwart Gottes neuen Lebensmut und Freude finden, zur Ruhe kommen. Gott empfängt uns gerne und hat ein offenes Herz und offene Ohren für uns. Und manchmal erleben wir das, was König David so ausdrückte: „Alle, die zu IHM aufschauen, werden strahlen vor Freude! Nichts wird ihnen peinlich sein.“

Solange wir Zeit haben, können wir jeden Morgen, jeden Tag neu und voller Hoffnung zu Gott rufen, mit ihm reden, in seiner Gegenwart sein. Er sieht uns gnädig an, ist unsere Hilfe, unsere Freude und unser Leben. Und er befreit uns von der Last des Lebens.

Mein Kollege schrieb Wochen vor seinem tödlichen Absturz: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere… Alles, was zu hoffen und zu planen war, zerbricht am verriegelten Tor des Todes.“ Wie gut, dass Gott dem Tod die Macht genommen hat. Das Sehnsuchtsziel liegt noch vor uns. Ich wünsche allen eine behütete Reise und gute Erholung.

Pastor Jonathan Lehmann

Bild: unsplash/Paul Gilmore