Kirche für Hanau. Kirche für Dich.

In Erwartung leben

In diesem Monat treffen sich vom 11.-12. März etliche Menschen zum Bezirkskirchentag in Hanau. Was die Teilnehmer bei der Veranstaltung erwartet, kann in einem Programm schon vorab gelesen werden. Und natürlich sind wir gespannt, wie wir den Kirchentag gestalten und organisieren werden und ob das den Erwartungen der Gäste aus ganz Deutschland gerecht wird. Für solche Vorbereitungen gibt es dann eine Fülle von Hilfen und Empfehlungen, wie man solch ein Treffen am besten bewältigen kann. Aber nach einem relativ kurzen Zeitraum ist dann auch schon alles geschafft.

Im Leben dauern die Wegstrecken oft länger. Häufig wird das Leben mit einem Marathonlauf verglichen. Und als Sportart ist es eine der wenigen Disziplinen, bei der Jugend kein unbedingter Vorteil ist. Die schnellsten Läufer auf Weltniveau sind nicht 18 oder 20 Jahre alt wie die Spitzreiter anderer Sportarten. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren. Warum? Weil jungen Läufern das Bewusstsein fehlt, die Kräfte richtig einzuteilen und den eigenen Rhythmus zu finden, um ans Ziel zu gelangen.

Junge Menschen starten einen Marathon oft so, als ginge es zum Bäcker oder zum Döner um die Ecke. Ein erfahrener Läufer kennt seine Kraftreserven und weiß sie richtig einzuteilen, um den Lauf auch erfolgreich beenden zu können.

In Analogie starten auch manche Christen ihren geistlichen Lebenslauf voller Leidenschaft und mit großem Feuereifer, legen in kurzer Zeit weite Strecken zurück und lassen Erfahrene einfach hinter sich. Weil sie es aber nicht schaffen, ihren Rhythmus auf lange Sicht durchzuhalten, brechen sie den Lauf erschöpft ab und geben auf.

Dabei wissen wir, dass nicht der den Lauf gewinnt, der mit viel Lärm und großen Sprüchen an den Start geht, sondern der bedächtige Läufer, der sein Tempo gefunden und seine Kraft gut eingeteilt hat.

Das Geheimnis der großen Läufer lautet: Wenn der Körper ihnen anzeigt, schneller zu laufen, verlangsamen sie, weil sie wissen, dass sie diese Reserven später dringend benötigen, um das Ziel zu erreichen.

Insofern wünsche ich uns als Hanauer Gemeinde eine gute Einteilung der Kräfte – für das Leben und für den Kirchentag.

 

Pastor Jonathan Lehmann