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Neuanfang

Zumindest kalendarisch befinden wir uns im Sommer. Das bedeutet für viele Urlaub und Auspannen. Ob Italien, Nordsee, New York oder doch Balkonien – die Urlaubszeit bietet die Möglichkeit, vom stressigen (Arbeits-)Alltag abzuschalten.

In der Regel bedeutet das auch, einfach mal unproduktiv zu sein und sich hängen zu lassen. Der gerne gegebene Ratschlag, die Urlaubszeit auch für das Bibelstudium oder die Gottesbeziehung zu nutzen, erscheint da manchem eher als lästig. Bloß nicht noch mehr Arbeit, Stress, sich gedanklich und emotional investieren. Nicht noch mehr, was anstrengt.

Als das Volk Israel im Zuge der babylonischen Gefangenschaft kaum noch atmen konnte vor Leid und Unterdrückung, ließ Gott seinen Kindern durch den Propheten Jesaja sagen, dass die Zeit des Schmerzes bald vorüber sein würde. Jesus bezog einige dieser Worte aus Jesaja 61 später auf sich. Darin heißt es auch, dass das, was schon vor langer Zeit im eigenen Land verwüstet worden war, wieder aufgebaut werden würde (Vers 4).

Was ist bei uns verwüstet worden in den anstrengenden letzten Monaten oder sogar darüber hinaus? Wo bräuchte es einen Neuaufbau? Was hat der Alltagsstress zerstört liegen gelassen? Durch Jesaja und später Jesus macht Gott deutlich, dass er die kleinen und großen Trümmer unseres Lebens kennt. Er hat sie nicht vergessen. Und er verspricht sogar, den Neuaufbau, die Wiederherstellung ganz aktiv voranzutreiben.

Vielleicht kann es unser Gebet für die Sommerzeit und den Urlaub sein, dass Gott an uns arbeitet. Unseren Schrott der letzten Monate beseitigt, uns erneuert, unsere körperliche, seelische und geistliche Gesundheit wiederherstellt. Nicht zum zusätzlichen Stress, sondern weil Gottes Kraft und Liebe uns auch im Urlaub begegnen möchte.

Dennis Lieske
(Auszubildender für pastorale Dienste)