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Umkehren

Wer gibt schon gerne zu, wenn er Fehler gemacht hat? Es ist peinlich, wenn an die Öffentlichkeit kommt, was besser verborgen bleiben sollte. Im engsten Familienkreis oder am Arbeitsplatz werden dann schon mal die Lippen blass und die Ohren rot. Dann lässt sich Schuld nicht mehr vertuschen oder einfach verschieben. Aber wohin damit? Die Bibel kennt den Weg der Umkehr. Das Wort Buße und büßen haben die germanische Wurzel und beschreiben: „bessern, wiedergutmachen, Nutzen hervorbringen“. Auch wenn ich Fehler mache, bin ich nicht der Fußabtreter der Nation. Ich darf dazu stehen, das Leben geht weiter! Ich werde versuchen, daraus zu lernen, es besser zu machen. Die Bibel kennt neben der persönlichen Umkehr auch die Buße eines ganzen Volkes. Die Einwohner von Ninive gingen in Sack und Asche und zeigten dadurch ihre Reue. Landesweite Bußtage angesichts von Krieg und Hungersnot führten im 19. Jahrhundert zum festen Bußtag Mitte November. Und bis heute hat das Wort aus den Sprüchen nicht an Bedeutung verloren:

„Gerechtigkeit sorgt dafür, dass es einem ganzen Volk gut geht. Wenn aber alle an Gottes Absichten vorbei leben, ist das eine Schande für die ganze Nation!“ Spr.14,34

Seit 1995 ist der Tag nicht mehr grundsätzlich arbeitsfrei. Für viele war er schon vorher bedeutungslos geworden. Die neu eingeführte Pflegeversicherung sollte davon bezahlt werden, damit es für die Arbeitgeber keine Mehrbelastung gibt. Ein Witz – wenn man sich die Entwicklung der Beitragserhö- hungen in den Folgejahren ansieht. Der Staat hat den Feiertag abgeschafft, Buße und Umkehr kann er nicht abschaffen. Vielmehr ist jeder Mensch gefragt, welchen Wert die Schulderkenntnis und die Umkehr im ganz persönlichen Leben haben. Diese Einsichten sind nicht an den Kalender gebunden. Ein fester Buß- und Bettag will uns jedoch daran erinnern: Buße ist gut, verbessert das Leben und bringt Nutzen – für jeden und für das ganze Volk. Insofern lade ich ein zu einem Gebetsabend am 18. November um 19.00 Uhr in unser Gemeindehaus. Wir werden zusammen mit anderen Christen aus den Kirchen und Gemeinden unserer Stadt beten.

Herzliche Einladung!

Pastor Jonathan Lehmann