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Jahreslosung

Das Schluchzen eines Kindes kann sich schnell in Lachen verwandeln, wenn es die Mutter oder der Vater tröstend in die Arme nimmt. Es atmet auf, kommt zur Ruhe und springt wieder fröhlich vom Arm. Dieses Bild habe ich vor Augen, wenn Gott seinem Volk Israel verspricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Jes 66,13

Die Geschichte Gottes mit seinen Söhnen und Töchtern läuft alles andere als glatt. Sie gehen eigene Wege, verbünden sich mit Mächten, von denen sie mehr Hilfe erhoffen als von Gott. Aus ihrer Heimat in die Gefangenschaft weggeführt, fühlen sie sich von ihm verlassen und vergessen. Das hindert Gott nicht, an ihnen festzuhalten. In einem weiten Bogen entfalten die Prophetenworte in immer neuen Bildern und Vergleichen Gottes Treue zu seinen Kindern. Sie gipfeln in der Zusage: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Das ist weit mehr als ein „Alles wird gut!“

Gott sieht die zerbrochenen Herzen und Hoffnungen. Er nimmt Elend und Scheitern seiner Kinder ernst und macht sie zu seiner eigenen Sache. Wie eine Mutter erbarmt er sich. – Dieser Vergleich ist einmalig und beschreibt eine besonders innige Seite Gottes, die weit über liebevolle Worte und Gesten hinausgeht. Getröstete bekommen wieder Luft zum Atmen und sie bekommen wieder Grund unter die Füße. Wenn Gott dann am Ende einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, dann ist das kein billiges Trostpflaster, wenn es heißt: „ …und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen.“

Zuerst feiern wir Weihnachten, vielleicht eine großartige Möglichkeit, einen Menschen in den Arm zu nehmen, um ihn zu trösten. Dann beginnt das neue Jahr, das wir hoffnungsvoll beginnen können, wenn wir Jesus glauben: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ In diesem Sinne: Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, alles Gute und ein gelingendes Jahr 2016.

Jonathan Lehmann (Pastor)